Sparen beim Einkaufen – Die Tricks der Supermärkte

Sparen beim Einkaufen – Die Tricks der Supermärkte

Sparen beim Einkaufen – Die Tricks der Supermärkte

Ihr denkt, Ihr kennt schon alle Tricks? Das dachte ich auch, bis ich ein Buch über Marketing gelesen habe. Bisher wusste ich, dass die teuren Waren auf Augenhöhe gelagert werden und die günstigen weiter unten in den Regalen zu finden sind. Auch dass Süßwaren gerne an den Kassen aufgebaut werden, um den hungrigen Käufer zu einem Snack zu verführen, war bekannt. Aber es gibt noch viel mehr Tricks, die mir bisher neu waren:

Wenn Ihr in den Supermarkt geht, was seht Ihr zuerst? In den allermeisten Märkten gibt es Obst und Gemüse. Man sollte denken, damit soll das gute Gewissen angereizt werden und in gewissem Sinne stimmt das auch. Denn Obst und Gemüse wird mit Absicht im Eingangsbereich angeboten. Eigentlich ja kontraproduktiv, weil gerade Obst und Gemüse doch sehr druckempfindlich sind. Aber darum geht es auch gar nicht. Es wird deshalb im Eingangsbereich angeboten, weil der Käufer so zuerst sein Gemüse und Obst kauft und dann ruhigen Gewissens weiter zieht. Das gute Gefühl, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, ist also erschöpft. Der Käufer, das ist bewiesen, ist so viel anfälliger für Junkfood, für Süßigkeiten, für fette Waren. Habt Ihr das gewusst?

Auch das Käufer sich fast alle zuerst nach rechts wenden, war mir neu, das stimmt bei den meisten. Wenn Du als Käufer also den Laden betrittst, siehst du als erstes rechts von dir meist teurere Waren, auch das ist geplant. Dann geht es weiter zum Obst und Gemüse, das Gewissen ist beruhigt und schon kannst du einkaufen, was du vorhattest, oder eben nicht. Schon genial, oder?

Es wurde außerdem untersucht, ob sich Käufer immer strikt an ihren Einkaufszettel halten. Nein, das halten die wenigsten aus. Die meisten Käufer haben immer mindestens 2 weitere Waren mit im Einkaufswagen, die sie eigentlich nicht auf dem Schirm hatten. Diese 2 Waren, da kannst du dir sicher sein, hast du gekauft, weil sie entweder nicht auf deinem Zettel standen, aber wichtig sind, oder, was viel wahrscheinlicher ist, weil die Verpackung oder irgendeine Werbung angeschlagen hat in deinem Unterbewusstsein. Wir Verbraucher werden also mit ziemlich viel Tricks dazu gebracht, doch mehr zu kaufen, als wir wollten.

Wenn man das weiß, kann man versuchen, noch bewusster einzukaufen. Vielleicht drehst du deinen Einkaufszettel einfach mal um und kaufst erst alles andere außer Obst und Gemüse? Wäre ein Experiment wert, ob man dann „gesünder“ einkauft oder nicht.

Der gläserne Kunde – Punktekarten und Co
Eigentlich wissen wir es ja alle. Die Karten, die wir verwenden beim Einkauf, um Punkte zu sammeln oder Rabatte zu ergattern, sind nur zu einem Zweck da: Uns zu analysieren. Unser komplettes Einkaufsverhalten preiszugeben. Viele wissen das und nutzen sie deshalb nicht. Ich bin hier ein bisschen zwiegespalten. Denn ich hoffe immer noch, dass wenn bekannt ist, was und wie viel wir Konsumenten so kaufen, vielleicht wird dann besser beim Einkauf der Händler geplant und weniger weggeworfen? Oder ist das ein Wunschtraum? Vermutlich ja. Denn alle Hersteller und Anbieter wollen ihre Waren anbieten und an den Mann bzw. die Kunden bringen. Es wird mit den erstaunlichsten Tricks gearbeitet. Von leiser Musik am Nachmittag bis zu etwas lauterer Musik am Morgen. All das ja nur, um uns abzulenken und uns zum Kauf zu animieren. Auch die Beleuchtung der Märkte spielt eine besondere Rolle. Wo du dich wohlfühlst, da muss man kein Marketingexperte sein, hältst du dich länger auf, siehst du dich genauer um und entdeckst so sicherlich noch das eine oder andere, was du brauchen „könntest“. Aber zurück zu den Punktekarten. Jedes Mal, wenn man eine Karte verwendet, gehen alle Daten, jeder Einkauf an ein System. Dieses wertet anhand der Waren, die man gekauft hat, ziemlich genau aus, wie alt man ist, welchen Familienstand man hat, sogar welchen Bildungsgrad in etwa man hat, könnte man theoretisch, wahrscheinlich sogar praktisch am Einkaufsverhalten ausmachen.

Schockiert dich das? Mich nicht, war eigentlich klar. Aber was wollen sie damit erreichen? Es ist tatsächlich so, dass all diese Daten gesammelt werden, um passende Werbung den jeweiligen Konsumenten zusenden zu können. Ihr kennt das, also zumindest diejenigen, die solche Karten verwenden: Man hat dann von Zeit zu Zeit Rabattgutscheine im Briefkasten. Ich habe das selbst schon erlebt, dass ich eigentlich in einem anderen Supermarkt einkaufen wollte, aber ich hatte von dem anderen Markt, in dem ich häufig einkaufe, Rabattkarten im Briefkasten, diese boten mir 5 fache Punkte beim nächsten Einkauf + Rabatt auf einige Produkte, die ich eh oft kaufe. Also tat ich brav, was die meisten machen würden: Ich ging in diesen Markt zum einkaufen, statt in einen anderen. Sowas nennt man Kundenbindung, klappt einwandfrei! Bist du immun dagegen? Ich persönlich finde das nicht weiter schlimm. Ist ja nichts Großes dabei. Sie beobachten offenbar, was ich kaufe und schicken mir dann passende Angebote zu, oder Angebote, bei denen sie denken, sie könnten passen.

Seit ich das gelesen habe, weiß ich auch, so ganz gläsern ist man dann doch nicht. Denn es kommen auch Rabattkarten für gesüßte Getränke zu mir, die ich noch nie konsumiert habe. Sie denken das aber, weil sie anhand meines Einkaufverhaltens sehen, dass es bei uns mindestens große Kinder gibt. Und die könnten ja vielleicht süße Getränke wollen? Nein, hier beißen sie bei uns auf den berühmten Granit. Aber einen Versuch ist es ja wert. Sorgen mache ich mir erst, wenn ich Werbung für Babynahrung und Tragetücher bekomme, denn dann bin ich schwanger, ohne es selbst zu wissen. Oder jemand in meinem Haushalt. So ist es in den USA passiert, dass ein Vater erst durch Werbung im Briefkasten von der Schwangerschaft seiner Tochter erfuhr. Dort ist man etwas gläserner als hier, ganz so weit scheinen unsere Analysten noch nicht zu sein. Ich kann mich aber auch gewaltig täuschen.

Zu viele Läden, zu viel Konsum, zu niedrige Preise?
Das einzige, was mir wirklich Sorgen macht, euch sicher auch, sind diese ständigen „Kampfpreise“. Allein was das Fleisch kostet, ist doch ein Witz. Von der Wurst gar nicht zu reden. Es ist schön, dass Menschen günstig einkaufen können, vor allem diejenigen, die eh schon wenig Geld haben. Aber sind wir mal ehrlich, was ist der Preis dafür? Man hat doch automatisch ein schlechtes Gewissen, wenn das Hühnchen total wenig kostet oder nicht? Es steht vielleicht noch etwas von „guten Bedingungen“ auf der Verpackung und schon sind wir beruhigt. Der Mensch tickt einfach so. Wir wollen doch gar nicht so genau wissen, wo die Tiere herkommen, wie sie gehalten wurden und wie ihr Ende genau abgelaufen ist. Wenn wir das wüssten, wenn wir hier genau hinsehen würden, wäre wahrscheinlich jeder von heute auf morgen mindestens Vegetarier. Ich schließe mich da nicht aus. Ich hatte einmal einen Videoclip gesehen, bei dem man sah, wie Tiere von Indien aus nach Europa gebracht wurden, ich erspare die Einzelheiten, ich konnte wochenlang kein Fleisch mehr essen.

Aber wie der Mensch so ist, wir wissen es alle und konsumieren dennoch weiter. Ein Bericht über bessere Tierhaltungsbedingungen reicht und wir kaufen genau wie vorher ein. Ist einfach so. Kann man es den Leuten verdenken? Das Leben ist stressig genug geworden. In den meisten Haushalten haben beide Elternteile je einen Job, die Kinder müssen versorgt werden, zum Unterricht gebracht, abgeholt, nachmittags noch zum schwimmen und zurück, da hat man keine Zeit, sich auch noch Gedanken darüber zu machen, wo unsere Waren, unser Fleisch, einfach alles eigentlich herkommt. Das ist der Preis der heutigen Zeit. Man hat einfach keine Zeit mehr. Lange recherchieren wird wohl kaum jemand, wenn er seinen Einkaufszettel erstellt. Wo kommt denn der Braten her, den ich am Sonntag machen möchte? Will ich das überhaupt wissen? Eher nein. Wir würden ja erfahren, dass die Lebenshaltungsbedingungen der Tiere immer noch nicht das Gelbe vom Ei sind, das ersparen wir uns lieber. Und überhaupt, für was ist denn die Regierung da, die Tierschutzorganisationen, sollen die sich doch darum kümmern!

Viel eher sieht es so aus, dass wir die Prospekte wälzen, entweder die vom Briefkasten oder eben online. Wer hat die besten Angebote? Wo kann ich ein wenig sparen? Das ist auch völlig richtig, dass Preise verglichen werden. Aber ab und zu sollte man über den Tellerrand, im wahrsten Sinne des Wortes, sehen und überlegen, was man eigentlich kauft. Das betrifft alle Waren, die aus dem Ausland kommen, mal kurz über den Transportweg nachdenken. Das betrifft das Fleisch, die Wurst, welche wir kaufen. Wo kommt die her? Das Ziel sollte sein, bewusster einzukaufen. Einfach mal genauer hinzusehen. Und allem voran auch mal auf die Inhaltsstoffe zu achten. Wusstet Ihr, dass die Gesellschaft für Ernährung für jeden eine maximale Zuckerzufuhr von 50 Gramm am Tag empfiehlt?

Und wisst Ihr auch, wie schnell das zusammen ist, wenn man nicht genau hinsieht? Sehen wir uns das mal an: 100 Gramm Müsli am Morgen, hier bekommt man bereits ca. 20 Gramm zusammen. Dann noch 3 Tassen Kaffee oder Tee, gesüßt mit nur einem Würfelzucker, sind wieder 12 Gramm Zucker. Dann noch ein Croissant zum Nachmittagscafe, wieder 11 Gramm Zucker. Wie Ihr seht, sind wir schon bei über 40 Gramm Zucker. Das bedeutet, theoretisch dürfte nun so gut wie gar kein Zucker mehr konsumiert werden. Aber in den meisten Fertiggerichten und wenn es auch nur ein Päckchen Soße ist, steckt wieder Zucker. Vom Ketchup ganz zu schweigen. Ein Glas Cola noch? Weit drüber!

Ich bin kein Ernährungsfanatiker, ich achte selbst nicht so hundertprozentig darauf, die empfohlene Menge nicht zu überschreiten. Es geht darum aufzuzeigen, wie unbewusst wir eigentlich mit unserer Ernährung umgehen. Wo die Waren herkommen: Relativ egal. Was sie enthalten: Auch egal. Wie wir also mit unserem Körper umgehen, darüber denken wir erst gar nicht nach!

Sparen also auch der Gesundheit zuliebe, achtsamer sein
Besonders wenn Kinder mit im Haushalt sind, sollte man also schon darauf achten, wie viel Zucker sie täglich zu sich nehmen. Fructose ist zwar auch „Zucker“, aber die bessere Variante. Statt irgendwelcher gesüßten Getränke bitte lieber Säfte wählen, die man mit Mineralwasser prima zu Schorlen verarbeiten kann. Marmeladen und Cremes fürs Brot: So wenig wie möglich. Süßes im Allgemeinen: Ebenso wenig wie möglich. Nicht alles verbieten, das weckt nur Trotz und heimliches naschen, aber einfach eine gesündere und wertvollere Ernährung angewöhnen, das ist kein Hexenwerk. Hier ist es am besten, die Kinder mit einzubeziehen. Ihnen also nicht einfach ihre liebgewordenen Süßigkeiten wegzunehmen, sondern einfach mit ihnen mal etwas Neues probieren. Eine Süßigkeit selbst machen, mit Honig statt Zucker. Marmeladen auch mal selbst kochen, mit viel weniger Zucker, als die herkömmlichen beinhalten. Eine Creme fürs Brot mal selbst zubereiten, mit viel weniger Zucker. Alles möglich! Gemeinsam macht das Spaß, führt nicht zu einem unangenehmen Verzichtgefühl und ändert die Essgewohnheiten wahrscheinlich im gesamten, für die gesamte Familie. Übrigens fand ich heraus, dass der beste Sattmacher Haferflocken sind. Wer also immer wieder Hunger hat, sollte es mal mit Haferriegeln probieren, die man ganz einfach selbst machen kann. Ohne Zucker, ohne fremde Stoffe, dafür aber mega lecker und auch noch gesund und lange satt machend. Probiert das mal aus! Gerne könnt Ihr uns Eure so entstandenen Rezepte mitteilen, wir sind gespannt, auf welche Ideen oder Rezepte Ihr kommt. Und wer weiterhin auf empfohlene Tagesmengen pfeift, dem sei gesagt, macht einfach.

Bei Kindern sollte man aufpassen, das sollte klar sein. Aber wenn wir nur noch darauf achten, was empfohlen wird, wenn wir allen Weisungen folgen, werden wir wohl alle kaum noch Lebensqualität haben. Ein bisschen darauf achten, eventuell sogar ein Tagebuch führen über die täglichen Essgewohnheiten kann schon reichen, damit man zumindest wacher für den eigenen Konsum wird. Es ist tatsächlich schon vielen gelungen, ihre Ernährung umzustellen und sich gesünder zu ernähren, wenn sie für eine Weile ganz ohne Wertung ihre täglichen Essgewohnheiten notiert haben. Auch klar. Vieles läuft ja unterbewusst. Wenn man den täglichen Konsum aufschreibt, wird er sichtbar und man kann ein bisschen daran schrauben. Das eine oder andere Lebensmittel weglassen oder durch gesündere Lebensmittel ersetzen. Auch unbewusste Gewohnheiten lassen sich so aufspüren und gegebenenfalls auflösen. Einfach mal versuchen, wer denkt, er isst zu viel oder zu ungesund. Vielleicht stimmt das ja gar nicht.